Archiv der Kategorie 'Überregional'

04.10. – Neonazi-Aufmarsch in Döbeln stoppen!

Wie in den letzten Jahren wollen überregional angereiste deutsche und tschechische Neonazis am 4. Oktober durch Döbeln marschieren. Im vergangenen Jahr gab es zwei antifaschistische Blockadeversuche, die von der Polizei brutal geräumt wurden. Zeit, dass sich was ändert!
Wir dokumentieren folgend den Aufruf zu Gegenaktivitäten aus Döbeln:

ES GIBT KEIN RUHIGES HINTERLAND – NAZIAUFMARSCH AM 4.10.2014 IN DÖBELN ENTGEGENTRETEN !!!

Um auf das Ende der Kampagne „Sag was du denkst – entfache das Feuer der Wahrheit“ aufmerksam zu machen, planen die Jungen Nationaldemokraten (JN Sachsen) am 04.Oktober 2014 in Döbeln eine Demonstration.
Im Selbstverständnis dieser Kampagne konstruieren sie unter anderem ein Szenario vom Untergang Europas und Deutschlands. Darüber hinaus erklären sie sich die jetzige Zeit als eine des „universalen Betrugs“, welche ihrer Ansicht nach von „verlogenen Politikern, linken Demagogen und geldraffenden Kapitalisten“ regiert wird. Ihre menschenverachtende Ideologie, wie die Behauptung der katastrophalen „Anhäufung von Menschen mit Migrationshintergrund“, kommt in dieser Kampagne ansonsten nur unterschwellig zum Ausdruck.
Die Mitglieder der „Nationalen Sozialisten Döbeln“ schlossen sich nach dem Verbot dieser Gruppierung im Februar 2013 der JN Mittelsachsen an. Diese trat in der Region im vergangenen Jahr vorrangig im Zusammenhang der Wahlen mittels Kundgebungen und Propagandadelikten in Erscheinung. Offensichtlich wollen sie eine jährlich im Herbst stattfindende Demonstration etablieren und benutzen Döbeln an diesem Tag als Anlaufpunkt für Neonazis aus ganz Deutschland.
Dem gilt es entgegenzuwirken!
Lasst uns dezentral mit vielfältigem und kreativem Protest zeigen, dass in Döbeln kein Platz für menschenverachtende Propaganda ist.
Nie wieder Faschismus! – Für eine emanzipatorische Gesellschaft!

Kommt am 04.10.2014 nach 04720 Döbeln !!

Für aktuelle Infos checkt regelmäßig: nrdlnazifrei.blogsport.de

„Namen des Sieges – Teil 4″

Den letzten Teil unserer Serie widmen wir einem Menschen, der sein Leben lang, auch unter widrigsten Bedingungen, aufrecht für seine Ideale einstand und kämpfte:

Bruno Bachler

Bruno Bachler war Kommunist, Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus und Edelweißpirat.

Bruno Bachler (links)

    Bruno Bachler (links) in seiner Jugend als Edelweißpirat

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Warum 1. Mai ?

In ein paar Tagen ist es wieder soweit.
Der 1. Mai steht vor der Tür und mit Ihm zahlreiche revolutionäre 1. Mai-Demonstrationen, aber auch Naziaufmärsche und Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Begleitet wird der 1. Mai stets von zahlreichen Diskussionen über die angeblich
„ritualisierten Riots“ oder die „sinnlosen Demonstrationen“.

Es wird behauptet, dass sich die Arbeiterschaft nicht als das „revolutionäre Subjekt“ herausgestellt habe, als das die marxistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts sie sahen.

Dementsprechend hätte auch der Internationale Kampftag der Arbeiter keine Berechtigung mehr und überhaupt sei die Vorstellung von unterschiedlichen Klassen und einem Klassenkampf überholt.

Stimmt das?

    Werfen wir doch einen Blick auf die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2014:

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„Report München“-Beitrag zum Tod von Ahmed J. in Plauen

In der Sendung vom 1. April berichtete „Report München“ über die diskriminierende gesetzliche Regelung der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland und deren katastrophalen Folgen für die Betroffenen. Darin geht es nicht nur um den Tod von Ahmed J. (43) im Plauener Flüchtlingslager Mitte Februar diesen Jahres, sondern auch um den verweigerten Notruf im Falle des an einer Meningokokkeninfektion erkrankten Leonardo (1, heute 3) im bayerischen Zirndorf, auf welchen auch wir in diesem Zuge hingewiesen hatten. Leonardo rang mit dem Tod. Zehn Monate verbrachte er im Krankenhaus, bekam Finger und Zehen amputiert. Immer wieder reißen die über den ganzen Körper verteilten Narben auf, nie wieder wird er richtig Laufen können.
Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sieht dennoch keinen Handlungsbedarf: die „Regelungen der Gesundheitsleistungen gewähren schon heute eine vollständige Grundversorgung zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände.“ Gegenteilige Fälle wie die von Ahmed und Leonardo seien auf „individuelles Fehlverhalten“ zurückzuführen.

Ergänzung:
In den vergangenen Tagen ereignete sich ein neuer tödlicher „Einzel“Fall vor dem Hintergrund des strukturell eingeschränkten Zugangs von Flüchtlingen zu medizinischer Hilfe. Eine Mutter aus Ghana wurde mit ihrem Baby am Empfang des Hannoveraner Kinderkrankenhauses „Auf der Bult“ abgewiesen, weil sie keinen für Flüchtlinge obligatorischen Krankenschein vorweisen konnte. Sie suchte Hilfe, weil ihr Baby die Nahrungsaufnahme verweigerte und stark hustete. Die Mutter fuhr daraufhin mit ihrem Baby zu ihrer Kinderärztin, um den geforderten Schein zu besorgen. Die Kinderärztin rief sofort einen Krankenwagen – doch zu spät: das Baby verstarb auf dem Weg zurück ins Krankenhaus. Näheres dazu berichtete der NDR: „Starb Baby wegen fehlenden Krankenscheins?“

Der Beitrag von „Report München“ lässt sich hier ansehen: Ungehörte Hilferufe. Schlechte medizinische Hilfe für Flüchtlinge in Deutschland
Unseren Beitrag zum Tod von Ahmed J. könnt ihr hier nachlesen: Gedenken für Ahmed J. am 1. März in Plauen

Wieder rassistische Aufmärsche am Wochenende

Nachdem der Neonazi-Aufmarsch am 5. März in Chemnitz durch etwa 350 Gegendemonstrant*innen blockiert und ihre Aufmarschstrecke so erheblich verkürzt werden konnte, wollen RassistInnen am morgigen Samstag erneut versuchen, ihre rassistische Hetze auf die Straßen von Hilbersdorf zu tragen. Das Bündnis Chemnitz Nazifrei ruft zu Gegenprotesten auf und hat zu diesem Zweck eine Gegenkundgebung an der Ecke Glösaer Str./Frankenberger Str. angemeldet. Um rege Teilnahme und lautstarken Protest wird gebeten.

15.03. | 9.30 Uhr | Ecke Glösaer Str./Frankenberger Str. | Kundgebung „gegen rassistische Hetze“

Außerdem hat für Samstag eine Facebook-Gruppe nach dem Schneeberg-Vorbild zu Anti-Asyl-Protesten im ostsächsischen Bautzen aufgerufen. Antifaschistische und antirassistische Gruppen mobilisieren für 16 Uhr zu Gegenprotesten unter dem Motto „Veto – Gegen jeden Rassismus“.

15.03. | 16 Uhr | Bahnhof Bautzen | Antifa-& Antira-Demo gegen den Neonazi-Aufmarsch

Nachtrag:
Trotz schlechten Wetters nahmen etwa 60 Bürger*innen an der Kundgebung von Chemnitz Nazifrei teil und stellten sich den 70 TeilnehmerInnen des rechten Aufmarschs entgegen. In Bautzen demonstrierten 160 Antifaschist*innen und Antirassist*innen und mehrere hundert Bürger*innen gegen den Aufmarsch von ca. 300 Neonazis. Trotz des großen Aufgebots, dass den Neonaziaufmarsch vor Blockaden durch Gegendemonstrant*innen schützte, sah die Polizei einem Neonazi-Angriff auf einen Gegendemonstranten tatenlos zu. Eine Kritik an der „ausgesprochen geringen Teilnahme der linken Szene“ (nicht nur aus Leipzig), findet sich hier: Wo wart ihr in Bautzen?

Doch noch etwas zur Medienberichterstattung:
Ende Januar machte in linksalternativen Kreisen ein Artikel des eher konservativen Tagesspiegel die Runde, in dem antifaschistische Gegenaktionen moralisch und als dem individuellen Wohlbefinden zuträglich gewürdigt wurden. Als wäre es eine neue Erkenntnis, ist seitdem der dem Artikel entnommene Satz „Die Antifa betreibt vermutlich die schlechteste Öffentlichkeitsarbeit dieses Planeten“ zu einer Binsenweisheit antifaschistischer Kreise geworden.
Wir wollen das nicht herunterspielen. Am Beispiel der Berichterstattung des MDR über den rechten Aufmarsch in Hilbersdorf lassen sich jedoch schnell Grenzen antifaschistischer Aufklärungsarbeit feststellen. (mehr…)