„Namen des Sieges – Teil 4″

Den letzten Teil unserer Serie widmen wir einem Menschen, der sein Leben lang, auch unter widrigsten Bedingungen, aufrecht für seine Ideale einstand und kämpfte:

Bruno Bachler

Bruno Bachler war Kommunist, Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus und Edelweißpirat.

Bruno Bachler (links)

    Bruno Bachler (links) in seiner Jugend als Edelweißpirat


Bruno Bachler wurde am 9. Oktober 1924 in Insterburg, damals Ostpreußen, geboren.
Später zog er mit seiner Familie nach Duisburg.
Bruno wurde früh durch sein Elternhaus, Mutter und Vater waren überzeugte Kommunisten, geprägt.
Schließlich wurde Bruno selbst Mitglied der Roten Jungpioniere.

Die Roten Jungpioniere waren eine Jugendorganisation der KPD und kämpften vor Allem gegen reaktionäre Schulpolitik und die wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, wie beispielsweise Kinderarbeit.

Den 27. Februar 1933, die Nacht des Reichstagsbrandes, nutzten die Nazis um gegen ihre entschiedensten Gegner (die politische Linke und die Gewerkschaften) vorzugehen.
In dieser Nacht wurde auch Brunos Vater von den Nazis in ein Konzentrationslager verschleppt und verstarb dort an den Folgen der unmenschlichen Bedingungen im Lager.

Bruno lernte nach dem Schulabschluss den Beruf des Drehers.
Über befreundete Lehrlinge in seinem Betrieb, kam er in Kontakt mit den Edelweißpiraten, Widerstandsgruppen Jugendlicher meist aus dem Arbeitermilieu, und schloss sich Ihnen an.

Die Edelweißpiraten fielen durch unangepasstes Verhalten im Alltag auf.
So verweigerten Sie zum Beispiel grundsätzlich den Hitlergruß.
Außerdem klebten Sie Plakate gegen die Naziherrschaft oder verteilten antifaschistische Flugblätter.
Des Weiteren lieferten Sie sich Schlägereien mit der verhassten Hitlerjugend und der SA.

Manche Gruppen der Edelweißpiraten versteckten auch gesuchte Widerstandskämpfer, Juden oder versorgten sowjetische Kriegsgefangene, welche die Nazis systematisch in Lagern ermordeten und verhungern ließen, mit Nahrungsmitteln und Medikamenten.
Einige Edelweißpiraten waren auch an größeren Sabotage- und Widerstandsaktionen beteiligt.

Viele dieser mutigen, jungen Menschen wurden von den Nazis bestialisch gefoltert und ermordet.

1942 wurde Bruno zur Wehrmacht einberufen.
Das war für Ihn allerdings kein Grund seinen Widerstand aufzugeben.
Bereits während der Grundausbildung sammelte er, von den Alliierten abgeworfene, Flugblätter auf und verteilte Sie in der Umgebung der Kaserne.
Dabei wurde er von Nazis ergriffen und vor „Gericht“ (sofern man Nazi-Schauprozesse so beszeichnen kann) gestellt und zu einem Jahr Gefängnishaft und „Frontbewährung“ verurteilt und ins KZ Buchenwald verschleppt.

Da die Rote Armee an der Ostfront immer weiter an Boden gewann, benötigte die Wehrmacht Soldaten um ihre hohen Verluste aufzufüllen.
Daher wurde Bruno, mit vielen anderen Genossen,nach einigen Monaten Haft in eine sogenannte Strafkompanie an die Ostfront versetzt.
Diese Strafkompanien wurden zu besonders gefährlichen Missionen (sogenannte Selbstmordkommandos) eingesetzt, wie beispielsweise dem Räumen von Landminen.

Bruno widersetzte sich dem Befehl ein Minenfeld zu räumen und flüchtete von der Strafkompanie.
Bei diesem Fluchtversuch wurde er schwer verwundet (Bauchschuss) und wurde in ein Lazarett überstellt.
Nachdem man ihn einer anderen Strafkompanie im Raum Braunschweig zugewiesen hatte, desertierte er von dort und versteckte sich in Sachsen, bis die Rote Armee einmarschiert war.

Nach dem Ende des Krieges ging Bruno zurück in seine Heimatstadt Duisburg und gehörte dort zu den Gründungsmitgliedern der KPD.

Außerdem organisierte er sich mit anderen Jugendlichen und gründete 1946 die Freie Deutsche Jugend.

Leider endeten für Bruno, wie viele Andere, die Erfahrungen von Haft und staatlicher Verfolgung nicht mit dem Kriegsende 1945.

Während in Westdeutschland viele Altnazis weiterhin in Amt und Würden verblieben, wurden sowohl die KPD als auch die Freie Deutsche Jugend, in der BRD verboten.

Das konnte Bruno Bachler nicht von seiner politischen Arbeit abbringen.
Daher arbeitete er von nun an illegal für die KPD und die FDJ.

Für dieses Engagement wurde er mehrfach zu Haftstrafen verurteilt und saß mehrere Jahre im Gefängnis.

Weitere Vorwürfe, für die Bruno inhaftiert wurde, lauteten:

Weiterführung der KPD im Sinne von Hochverrat
sowie
das Organisieren von Kinderferienlagern in der DDR

So sah Demokratie damals in der BRD aus.

Trotzdem blieb Bruno bis ins hohe Alter politisch aktiv.

So engagierte er sich gegen die Wiederaufrüstung Deutschlands und Bundeswehreinsätze im Ausland.

Außerdem war er ein aktiver Gewerkschafter und Aktivist des VVN-BdA.
Er berichtete Schülergruppen von seiner Zeit im Widerstand und erarbeitete Ausstellungen über den Terror des Naziregimes.
Regelmäßig besuchte er mit seiner VVN-BdA-Gruppe Veteranenverbände der Resistancé im französischen Arras.

Bruno Bachler starb im Alter von 87 Jahren am 19. November 2011.

Edelweißpiraten sind treu.

    Die Schwachen kämpfen nicht.
    Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang.
    Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre.
    Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.
    Diese sind unentbehrlich.

    Bertolt Brecht